Selbst angesetzter Rumtopf

Heute mal: Alkohol! Besser gesagt: selbst angesetzter Rumtopf. Letztes Jahr im Winter habe ich für meinen Mann, der Rumtopf sehr liebt, ein kleines Weckglas Rumtopf auf dem Münchner Viktualienmarkt gekauft. Zum stolzen Preis von 10 Euro. Holla! Das kann ich doch auch selbst machen? Und als meine Mutter mir dann im Frühling diesen Jahres einen Rumtopf aus Steingut geschenkt hat, habe ich losgelegt. Das Rezept für diesen Rumtopf habe ich mir aus den verschiedensten Quellen zusammengesucht. Die hilfreichsten Infos habe ich in dem Begleitschreiben des Shops gefunden, in dem meine Mutter den in Handarbeit gefertigten Steingut-Rumtopf bestellt hat: Hagen Grote. Die Webseite sieht gruselig aus, aber da gibt es alles, was das Foodie-Herz begehrt, und das ist keine bezahlte Werbung, sondern meine kostenlose Meinung 😉
Der Rumtopf kann mit saisonalen Früchten ganz nach Belieben gefüllt werden. Bei mir kamen Erdbeeren, Süßkirschen, Pfirsiche und Zwetschgen rein, man kann aber natürlich auch noch Himbeeren, Brombeeren,  Aprikosen, Äpfel, Birnen, Ananas und was das Herz sonst noch begehrt zugeben.
Rezept: Rumtopf
(ergibt ca. 3 Liter Rumtopf)
Zutaten:
Mai/Juni:
500g Erdbeeren und/oder Himbeeren
Juni/Juli:
500g Süßkirschen (nicht entsteint)
Juli/August:
500g Pfirsiche (gehäutet, entsteint, in Spalten geschnitten)
August/September:
500g Zwetschgen (halbiert und entsteint)
Außerdem:
1 Rumtopf aus Steingut mit 5l Fassungsvermögen
1,25 kg Zucker
ca. 1 Liter brauner Rum (54% Alkohol)
Zubereitung:
Wichtig: Für den Rumtopf nur reife, aber nicht überreife (zu weiche) Früchte verwenden. Alle verwendeten Früchte müssen makellos sein. Alle Früchte mit Druckstellen und Verunreinigungen aussortieren, denn schon eine einzige verdorbene Frucht kann den ganzen Rumtopf kippen lassen!
Im Mai die ersten Früchte (bei mir waren es Erdbeeren) gründlich waschen und trocken tupfen. Putzen, halbieren und mit 500g Zucker in einer Schüssel vermischen. 30 Minuten stehen lassen. Dann die Früchte mitsamt dem Zucker in den Rumtopf aus Steingut geben. Mit so viel braunem Rum aufgießen, dass alle Früchte mit Rum bedeckt sind. Mit einem sauberen Plastik- oder Edelstahl-Löffel umrühren (kein Holzlöffel, da diese meist mit Keimen versetzt sind). Schwimmende Früchte mit einem Teller oder einer Untertasse beschweren. Den Topf luftdicht mit Frischhaltefolie abdecken, Deckel darauf setzen und den Rumtopf an einem kühlen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung (z.B. im Keller) aufbewahren.
In den Folgemonaten jeweils 500g gewaschene und sorgfältig trocken getupfte saisonale Früchte nach Wahl mit je 250g Zucker vermischen, 30 Minuten ziehen lassen und dann zu den bereits vorhandenen Früchten in den Rumtopf geben. Mit jeweils so viel Rum aufgießen, dass alle Früchte mit Alkohol bedeckt sind. Rumtopf nach jedem Hinzufügen von Früchten wieder sorgfältig mit Frischhaltefolie und dem Deckel verschließen.
4 Wochen nach dem Hinzufügen der letzten Früchte (bei mir im Oktober) ist der Rumtopf dann verzehrfertig. Man kann immer wieder portionsweise Früchte nach Bedarf entnehmen. Anfang Dezember kann der Rumtopf auch noch mit Gewürzen (z.B. einer Stange Zimt, Sternanis oder einer Vanilleschote) weihnachtlich aromatisiert werden.
Ich habe einen Teil des Rumtopfs in kleinere (Weck-)Gläser umgefüllt und ein mit dem Jam Labelizer gestaltetes Etikett aufgeklebt – ein schönes kleines Weihnachtsgeschenk oder Mitbringsel in der Adventszeit!
Und am 1. Weihnachtsfeiertag gab es den Rumtopf beim Dessert als Begleitung zum selbstgemachten Karamelleis mit Fleur de Sel. Yummy!
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21 thoughts on “Selbst angesetzter Rumtopf

    1. Genau das hat mir auch so gut gefallen daran! Ich werde nächstes Jahr auch wieder einen ansetzen und dann auch noch mehr Früchte zugeben. Ehrlich gesagt hatte ich den Rumtopf zwischendurch total vergessen, sonst wären es auch dieses Jahr schon mehr Früchte geworden 😉
      Liebe Grüße!

  1. Da kommen Kindheitserinnerungen hoch! Bei meinen Eltern gabs früher auch öfter Rumtopf. 🙂
    Liest sich jedenfalls sehr lecker!

    Liebe Grüße
    chastity

  2. mmhh Dein Rezept hört sich verlockend an.
    Meinen letzten Rumtopf habe ich mit Zimt gemacht, was aber keine so gute Idee war. Mit der Zeit wurde der Zimt ziemlich dominant… nichts für uns!

    Hast Du noch weitere Verarbeitungsmöglichkeiten für einen Rumtopf?… klassisch wäre ja mit Sekt/Proscecco oder mit Eis… Vielleicht im Kuchen?

    Vielen Dank für Dein Rezept, ich werde das nächstes Jahr mal ausprobieren!

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Marion

    1. Oh danke für den Hinweis, dass der Zimt geschmacklich zu dominant werden kann… ich habe jetzt mal nur eine Vanilleschote zugegeben, ich hoffe, das wird nicht zu extrem süß.

      Ich werde in den nächsten Tagen / Wochen noch weitere Rezepte zur Verwendung von Rumtopf posten, ich denke an eine Rumtopf-Creme, vielleicht ein Rumtopf-Eis… mal sehen!

      Viele Grüße, einen guten Rutsch ins neue Jahr und schöner Tag noch,
      Juliane

  3. Super leckeren Kuchen und Marmelade kann man aus einem Rumtopf zaubern… Bei mir ist er im Küchenschrank gereift, klappte perfekt…
    Liebe Grüße aus dem Norden, nicht mehr aus der Weststadt 😉 Julia

    1. Oh ja, Rumtopf-Marmelade kann ich mir auch sehr gut vorstellen! Da fällt mir gerade ein, dass ich ja noch Glühwein-Gelee im Vorratsschrank habe, das muss ich auch mal aufbrauchen…
      Ganz liebe Grüße zurück, in den Norden Deutschlands oder in den Norden KAs?

  4. Hallo. Gerade deinen Blog entdeckt
    Tolle Sachen zum nachmachen. Danke. Bei uns kam zum Schluss immer eine reife Ananas hinzu so das der Rumtopf an Weihnachten fertig war. Muss mal schauen wo der Pott ist für das nächste Jahr. Lg Elke

  5. Hallo,
    ich suchte gerade nach Ideen für meinen Rumtopf, den ich im Juli angesetzt habe (in meinem Blog hier zu lesen, wird aber nur kurz erwähnt http://penelopeschreibt.blogspot.com/2015/07/tomaten-und-rumtopf.html). Für morgen habe ich Gäste eingeladen. 🙂 Es gibt Waffeln, Vanilleeis und Rumtopf. Dazu oder solo. Ich kann Deine Erfahrung bestätigen, den Rumtopf zu vergessen. Zwischendurch war mir total entfallen, dass ich einen im Keller stehen habe. 😀
    Sehr ausführlicher Artikel von Dir, danke!
    Liebe Grüße
    Penelope

  6. Hallo,
    du hast den gleichen Topf den ich auch gekauft habe. Bei mir schwimmen alle Kirschen oben. Einen kleinen Teller kann ich zwar einlegen, aber der Topf wird in der Mitte breiter und die Hälfte der Kirschen schwimmt immer noch oben. Wie hast du das Problem gelöst?
    Danke schonmal für eine Antwort.
    Liebe Grüße

    1. Hallo Sandra,
      ich hatte das Problem nicht – ich habe die Früchte immer nur gerade so mit Rum bedeckt, dass sie gar nicht so sehr „schwimmen“ konnten, und die kleineren Früchte habe ich immer versucht unter die größeren Früchte zu schieben. Wenn ein paar Kirschen oben schwimmen, ist das aber nicht schlimm, vorausgesetzt die Früchte waren makellos. Durch die Frischhaltefolie auf dem Topf kommt ja keine Luft dran, da verschimmelt nichts.
      Viel Erfolg!

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