Themenwoche New York: Selbstgemachte Bagel [Gastbeitrag]

Nach meinem gestrigen Auftakt geht es jetzt  los mit der großen New York-Themenwoche und vielen tollen Gastbeiträgen auf meinem Blog! Ich habe mir für die Themenwoche insgesamt 6 großartige Gastbloggerinnen an Bord geholt, die ihre besten Rezepte und persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen und Tipps rund um New York mit mir und euch teilen werden. 
Den Anfang macht heute Gabi vom Blog „USA kulinarisch“ mit einem Rezept für zweierlei Sorten selbstgemachte Bagel: „plain“ und „Cinnamon-Raisin“ (mit Zimt und Rosinen). Seitdem ich in New York bei „Absolute Bagels“ in einen noch warmen, fluffigen, einfach nur köstlichen Bagel gebissen habe, liebe ich Bagel! Um so passender, dass Gabi uns heute das Rezept verrät, wie man diese köstlichen Teilchen auch zuhause selbst backen kann. Und jetzt überlasse ich Gabi das Wort!
Wenn Deutsche im Ausland etwas vermissen, dann ist das fast immer deutsches Brot – mit Biss, mit Vollkornmehl, mit Körnern. So ging es auch mir anno 1985 bei meinem USA-Auslandsjahr, das ich im wunderschönen Hawaii und im (menschenleeren, aber noch viel schöneren!) Wyoming verbrachte. 11 Monate begnügte ich mich mit schneeweißem, pappigen Sandwich-Brot – naja, eigentlich wechselte ich ganz schnell zu Frühstücks-Flocken. Erst auf meiner letzten Station vor der Rückreise – New York – entdeckte ich Bagel in einem winzigen Deli in der Lower East Side, wo sich mein Hostel befand. Dort bestellten die Büroarbeiter in einem unverständlichen Code („Pastrami on brown, double meat, easy on the mayo, skip the pickles“) Sandwiches, aber in der Theke lockten auch diese seltsamen „Brötchen mit Loch“, bestrichen mit diversen Frischkäse-Sorten („spreads„). Ich probierte einen – und war hin und weg: Hey, Brot mit Biss! 
Im heutigen Zeitalter der „Artisan Bakeries“ bekommt man das vermutlich selbst im entlegensten Winkel der USA , aber 1985 gab es nur die Bagel und die auch nur in den jüdisch geprägten Vierteln New Yorks. Bagel gehörten dann auch zu den ersten Rezepten, die ich Ende der 90er Jahre in das Repertoire von USA kulinarisch aufnahm und seitdem backe ich sie immer wieder. Nicht allzu oft (das Formen und Blanchieren ist schon sehr aufwändig), aber dann immer gleich in größerer Menge, denn Bagel lassen sich nach dem Backen prima einfrieren. Kurz aufgetoastet schmecken sie nach dem Auftauen herrlich – die Sorte „plain“ mit Frischkäse, Schnittlauch und Lachs und die Zimt-Rosinen-Bagel schlicht mit Butter.
Selbstgemachte Bagel 
(ergibt ca. 16 Maxibagel, je zur Hälfte „plain“ und Cinnamon-Raisin)
Zutaten:
1000 g Mehl Typ 405
2 Pakete Trockenhefe (je 7 g)
3 EL Zucker
2 TL Salz
4 EL Öl
600 – 640 ml lauwarmes Wasser
für die Zimt-Rosinen-Bagel:
1 EL Zimt
100 g Rosinen

Sonstiges:
Backpapier für das Backblech
Backspray für das Backblech
feines Maismehl für das Backblech
1 EL Honig für das Kochwasser
1 Ei, verschlagen, zum Bestreichen

Zubereitung:
Das Mehl mit Trockenhefe mischen. Zucker, Salz, Öl und zunächst 600 ml Wasser mit einem elektrischen Handrührgerät oder in einer Küchenmaschine (Knethaken) zu einem elastischen Teig kneten. Das kann durchaus 10 Minuten dauern und der Teig ist stabil, keinesfalls weich oder gar klebrig. Ist er zu fest und lässt er sich schlecht verarbeiten, etwas weiteres Wasser hinzu geben. Die Teigmenge halbieren und in eine Hälfte die Rosinen einarbeiten. Erst ganz zuletzt Zimt auf die Arbeitsfläche stäuben und diesen grob in den Rosinen-Teig einarbeiten, so dass noch einige Schlieren zu sehen sind (ja, die Zimtmenge stimmt – Zimt wird in den USA in heftiger Dosierung und nicht so homöopathisch wie hierzulande verwendet!). Die Teige in zwei geölten Schüsseln  etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen sichtbar vergrößert hat.

Die Arbeitsfläche dünn mit Mehl bestäuben. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und das mit etwas Backspray besprühen (bzw. mit etwas Öl einreiben). Von den Teigen jeweils 100 Gramm schwere Portionen abwiegen, diese zu Kugeln und dann zu Bageln formen: Einen Kochlöffelstiel durch die Mitte der Kugel bohren und das Loch durch kreisende Bewegungen erweitern. Es soll etwa 4 cm groß sein. Die Bagel mit ausreichendem Abstand (da sie noch aufgehen), nebeneinander auf das Blech legen. Eine Plastiktüte darüber ziehen und die Teiglinge wieder eine Stunde gehen lassen.

Den Backofen auf 210 Grad vorheizen (Umluft 185). Zwei weitere Backbleche mit Backpapier auslegen und mit Maismehl bestreuen (verhindert das Ankleben der blanchierten Teiglinge). In einen breiten Topf zur Hälfte Wasser füllen, den Honig dazugeben und alles leicht zum Kochen bringen. Jeweils zwei  bis vier „Rohlinge“ mit der Oberseite nach unten (ganz, ganz vorsichtig, damit sie nicht zusammen fallen!) in das kochende Wasser legen, etwa 30 bis 60 Sekunden ziehen lassen, behutsam umdrehen und nochmals ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, kurz abtropfen lassen und auf das gemehlte Blech legen. Mit dem verschlagenen Ei bestreichen. Auf dem mittleren Einschub des Backofens etwa 20 Minuten hellbraun backen.

Auf einem Rost abkühlen lassen und möglichst frisch verzehren. Am nächsten Tag kann man die Bagel gut durchschneiden und an den Schnittflächen auftoasten.

Tipp: Weil mir oft die Teiglinge beim Hineingeben ins Wasserbad zusammen gefallen sind, schneide ich jetzt das Backpaper unter den gegangenen Rohlingen in Streifen und hebe damit die Bagel in den Topf. Das Papier lässt sich im Wasser ganz leicht abziehen.

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Liebe Gabi, ganz herzlichen Dank für diesen wunderbaren Gastbeitrag zur New York-Themenwoche! Und wie es sich gehört, möchte ich meinen Gast auch noch kurz vorstellen:
Gabis Blog: USA kulinarisch
Online seit: 1998 – und damit ein Urgestein in der Foodblogger-Szene, Respekt!
Ihre Spezialität: Auf USA kulinarisch gibt es mehr als 800 Rezepte, Artikel, Fragen & Antworten rund um amerikanische kulinarische Spezialitäten.
Mein Lieblingsrezept auf ihrem Blog: Außer den Bagels möchte ich am liebsten sofort die Cinnamon Rolls (Zimtschnecken) nachbacken. Die sehen toll aus und die begeisterten Kommentare zum Rezept sprechen für sich!
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Und morgen geht es mit einem süßen Gastbeitrag weiter – ich freue mich drauf!
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30 thoughts on “Themenwoche New York: Selbstgemachte Bagel [Gastbeitrag]

    1. Neid! Ich will auch wieder nach NY! Dann hoffe ich, dass Du hier im Laufe der Woche noch viele Anregungen für Deinen NY-Trip findest und die Vorfreude weiter steigt.
      Viele Grüße und schöner Tag noch,
      Juliane

  1. Hört sich aufwändig aber sehr, sehr lecker an! Wo kriege ich wohl eine so große Plastiktüte her? Ob man die Bagel beim gehen auch einfach mit Frischhaltefolie abdecken kann?

  2. Ich will schon eeeeewig Bagels backen, jetzt werd ich es definitiv mit diesem Rezept probieren-allerdings die plain Variante 😉
    Übrigens eine ganz wunderbare Idee, eine NY Themenwoche!
    VG Isabella

  3. Ich war letztes Jahr im September in NY- und hab sofort meine Lieblings-Bagels gefunden: "Cinnamon-Raisin"!
    Danke für das tolle Rezept! Bei uns ins Tirol bekommt man leider keine Bagels- deshalb back ich´s mir jetzt einfach selber 🙂

    Liebe Grüße, Renate

  4. Oha, hier scrollt man sich ja schon 'nen Wolf… dabei will ich nur sagen: Der Tipp mit den Backpapierstreifen ist Gold wert! Dieses Von-nach-dem-Gehen-in-den-Topf-Manöver hat nämlich den meisten meiner bisherigen Bagel-Versuchen den Garaus gemacht. Immerhin hatte ich schon herausgefunden, dass es "oben" hilft, die abdeckende Folie ein wenig einzuölen… aber dass so auch "untenrum" unfallfrei klappt… ich sage: Thanks – a lot! Insbesondere auch für den Rest der NYC-Woche… schöne Idee. Bloß doof für's Fernweh…

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