Ein 3-Gang-Menü für unter 9,99 Euro

Diesen Monat gibt es bei Zorra ein Blog-Koch-Event, das mich sofort angesprochen hat: Ein 3-Gang-Menü für unter 9,99 Euro. Da mache ich doch gerne mit, denn gutes Essen muss nicht teuer sein. Und da es sich um ein Preislimit von 9,99 Euro pro Person handelt, sollte das doch gut zu schaffen sein.
Am Sonntag hatten wir Gäste zum Abendessen. Dafür hatte ich sowieso ein 3-Gang-Menü geplant und um an Zorras Blog-Event teilzunehmen, habe ich diesmal nicht nur die Rezepte meines Menüs für euch, sondern habe auch noch alle Kassenzettel aufgehoben und zusammengerechnet, wie viel das Essen pro Gang für 4 Personen gekostet hat.
Das war unser Menü:
Als Vorspeise gab es Forellencreme mit Ackersalat. Die Forellencreme haben unsere Freunde neulich beim Perfekten Dinner ebenfalls als Vorspeise serviert und mir hat die Forellencreme so gut geschmeckt, dass ich gleich um das Rezept gebeten habe. Und hier ist es:
Forellencreme
(4-5 Portionen)
Zutaten:
250g Räucherforellenfilets
150g Schlagsahne
1 TL eingelegter grüner Pfeffer
1 Bund Dill
100g Frischkäse
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft
4 Scheiben Vollkorntoast
Zubereitung:
Forellenfilets von Gräten befreien, in Stücke teilen und zusammen mit der Sahne fein pürieren. Das Forellenpüree durch ein feines Sieb streichen. Dill waschen, trockenschütteln und fein hacken. Grünen Pfeffer ebenfalls fein hacken. Frsichkäse mit dem Handrührgerät cremig schlage, mit dem Forellenpüree, dem grünen Pfeffer und dem Dill verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Über Nacht zugedeckt kaltstellen.
Zum Servieren auf getoastetes, in Dreiecke geschnittenes Brot streichen, nach Belieben mit Forellenstücken und Dill garnieren.
Ich habe noch Ackersalat dazu gereicht. Das Rezept hört sich ja recht einfach an, aber ich war fast eine Stunde lang damit beschäftigt, das Forellenpüree durch das Sieb zu streichen. Gegen Ende fiel mir vor Anstrengung fast die Hand ab! Aber der Geschmack entschädigt den Aufwand.
So, und was hat diese Vorspeise jetzt gekostet? Genau 12,91 Euro insgesamt und somit 3,23 Euro pro Person.

Als Hauptgang gab es Zürcher Geschnetzeltes unter einer Röstihaube. Hier habe ich ein Zugeständnis an das 9,99 Euro-Menü gemacht und statt der im Rezept vorgesehenen Kalbsschnitzel Schweinefilet gekauft, weil das Kalbsschnitzel das Preislimit auf jeden Fall gesprengt hätte.
Zürcher Geschnetzeltes mit Röstihaube
(4-5 Portionen)
Zutaten:
200g Champignons
1 große Zwiebel
500g Schweinefilet
2 EL Butterschmalz
Salz, Pfeffer, Muskat
1 leicht gehäufter EL Mehl
200ml trockener Weißwein
200g Schlagsahne
750g vorwiegend festkochende Kartoffeln
2 EL Speisestärke
1 Ei
Fett für die Form
1 EL Butter
Zubereitung:
Die Pilze putzen und vierteln, die Zwiebel schälen und fein würfeln. Das Schweinefilet abspülen, trocken tupfen und in Scheiben schneiden. Das Schmalz in einer Pfanne erhitzen und das Fleisch darin portionsweise rundherum 5 Minuten anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und wieder herausnehmen. Pilze und Zwiebel in der gleichen Pfanne im Bratfett ca. 5 Minuten braten. Dann mit Mehl bestäuben, kurz anschwitzen. Sahne und Wein angießen, alles aufkochen und 3 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und das Fleisch wieder untermischen.
Den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Die Kartoffeln schälen und auf einer Reibe grob raspeln. Die Kartoffelraspel ausdrücken, mit Speisestärke und Ei vermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Eine Auflaufform fetten, das Geschnetzelte hineingeben und die Röstimasse darauf verteilen. Röstimasse nicht zu dick auf dem Geschnetzelten verteilen, sonst geht es euch wie mir und die mittlere Kartoffelschicht ist nicht durch. Butter in Flöckchen auf die Röstimasse setzen und alles im heißen Backofen ca. 1 Stunde backen. Nach 45 Minuten kontrollieren, ob die Röstihaube dunkel wird.
Leider macht das Zürcher Geschnetzelte mit der Röstihaube optisch nicht so viel her, aber ich fand es ein sehr gästegeeignetes Essen, da es sich gut vorbereiten ließ und sich quasi von alleine im Ofen gekocht hat, während wir die Vorspeise gegessen haben. Und geschmeckt hat es auch. Gekostet hat das Hauptgericht insgesamt ca. 14,20 Euro. Pro Person also 3,55 Euro. Und das Schweinefilet habe ich beim Metzger meines Vertrauens bei uns ums Eck gekauft, mit 17,90 Euro/kg war das Schweinefilet zwar kein Schnäppchen, aber dafür eben auch von guter Qualität.

Unser Nachtisch nennt sich Brombeer Fool und sieht durch die geschichtete Zubereitung sehr hübsch aus. Das Rezept habe ich aus Tim Mälzers Buch „Born to cook“.

Brombeer Fool
(4 Portionen)
Zutaten:
300g tiefgekühlte Brombeeren
200g Sahne
50g zucker
250g Quark (40% Fett)
125g Amaretti-Kekse
Zubereitung:
Die Brombeeren antauen lassen. 50g beiseite legen, den Rest mit einem Stabmixer fein pürieren. Die Sahne mit dem Zucker mit dem Handrührgerät steif schlagen. Quark unterheben. Die Amaretti-Kekse zerbröseln. Zum Servieren abwechseln Brombeermus, Sahnequark und zerbröselte Kekse in 4 Gläser schichten, mit den beiseite gelegten Brombeeren dekorieren.
Ein fruchtig-fluffig-frisches Dessert und mit Gesamtkosten von 4 Euro, also pro Person 1 Euro, sehr günstig. Die Amaretti-Kekse habe ich ja am Samstag selbst gebacken und auch für das Backen aller Kekse habe ich nur 3 Euro ausgegeben.

Somit hat das Menü 7,73 Euro pro Person gekostet. Die Portionen waren reichlich und die Qualität der Zutaten sehr gut. Trotzdem war es gar kein Problem, unter dem Preislimit von 9,99 Euro zu bleiben.
Blog-Event-LIV: Ein 3-Gang-Menü für unter 9,99 Euro pro Person?! (Einsendeschluss 15. März 2010)

Habt ihr bis jetzt durchgehalten? Das freut mich, und der nächste Post wird auch wieder kürzer, versprochen!
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10 thoughts on “Ein 3-Gang-Menü für unter 9,99 Euro

  1. @alle: Dankeschön! 🙂
    @Petra: Wow, freut mich, dass ich Dich zu einem so schnellen Nachkochen anregen konnte und es euch geschmeckt hat! Gute Besserung an Deine Tochter.

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

    1. Das Menü passt im Prinzip auch in den August, abgesehen natürlich vom Feldsalat / Ackersalat bei der Vorspeise, den würde ich jetzt durch einen anderen grünen (Kopf-)Salat ersetzen.

      Ich würde auf jeden Fall Weißwein dazu reichen, wahrscheinlich einen badischen Riesling.

      Gutes Gelingen und guten Appetit!
      Juliane

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